11. Netzwerktreffen Männerberatung 2025
Unter dem Titel »Männerberatung im Netz – Neue digitale Wege und Ansätze« versammelten sich am am 11. November 2025 rund 50 Teilnehmende zum Netzwerktreffen Männerberatung in Frankfurt am Main. Vertreten waren Fachkräfte aus der Jungen-, Männer- und Väterarbeit sowie Vertreter:innen von Vereinen, freien Trägern, Beratungsstellen, Projekten und kommunalen Verwaltungen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Online-Beratung für Männer zeitgemäß und geschlechterreflektiert gestaltet werden kann, welche digitalen Formate sich bewähren und welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig in der Beratung spielen kann.
Im ersten Fachinput stellten Michelle Horstkortte und Dr. Sebastian Stockmann vom SKM Bundesverband die neue digitale Anlaufstelle für männerfokussierte Beratung vor. Ihr Praxisbeispiel zeigte, wie digitale Zugänge so gestaltet werden können, dass Männer einfach, niedrigschwellig und bedarfsorientiert Unterstützung finden können.
Im zweiten Impuls gab Sigrid Zauter vom Institut für E-Beratung der Technische Hochschule Nürnberg Einblicke in Forschung und Praxis zur Rolle von KI in der psychosozialen Onlineberatung. Anhand des Assistenzsystems eb.IBA zeigte sie, wie digitale Tools Beratungsprozesse unterstützen können – etwa durch Analyse und Strukturierung von Anliegen, methodische Hinweise oder Prozessdokumentation. Zugleich blieb ihre Kernbotschaft klar: KI kann Prozesse erleichtern, ersetzt aber nicht Haltung, Erfahrung und Miteinander der Beratenden.
In fünf parallelen Workshops vertieften die Teilnehmenden schließlich zentrale Themen der Männerberatung – von Suizidprävention über Väterarbeit und kommunale Gleichstellungspolitik bis hin zur Arbeit mit älteren Männern. Überall wurde sichtbar, wie stark gesellschaftliche Männlichkeitsanforderungen das Hilfesuchverhalten prägen und wie digitale, kreative oder handlungsorientierte Methoden neue Zugänge eröffnen können.
Die Zukunft der Männerberatung liegt nicht im Entweder-oder
Der Tag endete mit einem deutlichen Signal: Die Zukunft der Männerberatung liegt nicht im Entweder-oder, sondern im klugen Zusammenspiel von Präsenz, digitalen Zugängen und einer verantwortungsvoll eingesetzten Künstlichen Intelligenz. KI kann Prozesse erleichtern und neue Zugänge schaffen – zugleich braucht es klare Qualitätsstandards, damit automatisierte Vorschläge nicht in die Irre führen oder problematische Tipps geben. Entscheidend bleibt, dass der Mensch die zentrale Instanz in der Beratung ist: fachlich verantwortlich, einordnend und zugewandt.